Fraunhofer FOKUS
gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Projektbeschreibung

medizinische Fachrichtung(en)
Pflege

Keywords
Pflege, Telepflege, Wunddokumentation, Wundversorgung, chronische Wunden

Versorgungsebene(n)
Pflege

Zielsetzung(en)
Im Rahmen des F&E-Projekts DigiWund entwickeln die brain-SCC GmbH Merseburg, die Petter.Letter GmbH Halberstadt und die Unipro GmbH Halberstadt ein System zur bildlichen wie schriftlichen Dokumentation chronischer Wunden für den Einsatz in ambulanten sowie stationären Pflegediensten.

Vorgesehen ist dabei insbesondere die Entwicklung einer auf allen gängigen Smartphones lauffähigen Wundfotografie-Applikation, die automatisch für die Einhaltung wichtiger Bildparameter wie den Abstand und Winkel zur Wunde, die Umgebungshelligkeit und die Farbechtheit sorgt. Zusammen mit einem digitalen Stiftsystem für die schriftliche Wunddokumentation soll diese Applikation in eine Bild- und Dokumentationsdatenbank eingebunden werden, welche Medizinern auf einfachste Art und Weise Zugang digitalen Wunddokumentationen gewährt, ihnen die Ausstellung von Anweisungen für die Wundbehandlung ermöglicht und ihnen Software für die Wundanalyse an die Hand gibt.

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Szenario

Beschreibung
Die Versorgung chronischer Wunden wie etwa von Auflagegeschwüren (Dekubiti) oder Wunden, die durch Durchblutungsstörungen verursacht werden (wie dem diabetischen Fuß), entwickelt sich in einer durch den demografischen Wandel beständig alternden Gesellschaft zunehmend zu einem wichtigen Kostenfaktor. Bereits heute leiden mehr als 4,5 Millionen Deutsche an nicht oder nur langsam heilenden Wunden, für deren Versorgung mehr als 8 Milliarden Euro im Jahr ausgegeben werden. Bedingt durch die demografische Entwicklung wird sich die Zahl der chronischen Wundpatienten bis zum Jahr 2037 auf mehr als 9 Millionen Bundesbürger verdoppeln. Ein Großteil dieser Wunderkrankten befindet sich in ambulanter Behandlung, d.h. wird durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt.

Im Bereich der ambulanten Pflege werden chronische Wunden in der Regel über digitale Fotos dokumentiert, die dem behandelnden Arzt zur Verfügung gestellt werden, damit dieser über die Weiterführung der Behandlung entscheiden kann. Hierbei zeigen sich in der Praxis qualitative Probleme mit der Vergleichbarkeit der Fotografien, so etwa im Hinblick auf den Abstand des Fotoapparats zur Wunde, den Winkel der Aufnahme, die Farbechtheit der Fotografie oder die Umgebungshelligkeit zum Zeitpunkt der Aufnahme.

Die aus diesen Problemen resultierende mangelnde Vergleichbarkeit der Aufnahmen mindert die Qualität der Wunddokumentation und wirkt sich negativ auf ihren medizinischen Nutzen aus. Hinzu kommt noch, dass der Umgang mit den Wundaufnahmen in der Praxis nicht nur mit hohem Zeitaufwand für die Pflegekräfte (z.B. durch die manuelle Umbenennung oder auch den manuellen Versand von Bilddateien), sondern auch mit erheblichen Datenschutzproblemen (z.B. durch den unverschlüsselten Versand von Fotos per E-Mail) verbunden ist.

Mit „DigiWund“ entwickeln drei Unternehmen aus Sachsen-Anhalt gemeinsam mit weiteren Projektpartnern (Pflegediensten, Ärzten und Forschern der Hochschule Harz) ein integriertes Wunddokumentations- und Wundmanagement-Systems, mit dem die hier dargestellten Probleme behoben, die Qualität der Wunddokumentation erheblich verbessert und somit Behandlungskosten eingespart sowie Ärzte und Pflegekräfte entlastet werden. Drei Eigenschaften zeigen das System aus: 1) DigiWund wird eine auf allen gängigen Smartphone-Typen lauffähige Wundfotografie Software beinhalten, die weitgehend automatisch für die Einhaltung wesentlicher Bildparameter wie Abstand und Winkel zur Wunde, Umgebungshelligkeit und Farbechtheit sorgt. Die Software wird darüber hinaus in der Lage sein, aufgenommene Wundfotos noch in der Wohnung des Patienten mit einem externen QM-System abzugleichen und sofortige Rückmeldung zu geben, falls eine Aufnahme wiederholt werden muss.

2) DigiWund beinhaltet weiterhin ein digitales Dokumentationssystem für die schriftliche Wunddokumentation, basierend auf der digitalen Stifttechnik, die bereits mit Erfolg in der medizinischen Dokumentation eingesetzt wird.

3) Ein weiteres Kernstück von DigiWund wird eine Bild- und Dokumentations-Datenbank sein, die Medizinern auf einfachste Art und Weise Zugang zu dieser digitalen Wunddokumentation gewährt, ihnen die Ausstellung von Behandlungsanweisungen ermöglicht und ihnen Softwaretools für die Wundanalyse anbietet. Die Idee zum DigiWund-Projekt entstand im Jahr 2011 im Rahmen der Arbeit des an der Hochschule Harz angesiedelten ZIM-NEMO-Netzwerks TECLA (Technische Pflegeassistenzssysteme).

Ende 2012 wurde ein Antrag auf F&E-Förderung beim Land Sachsen-Anhalt eingereicht, der Anfang 2013 positiv beschieden wurde.

Informationsgewinnung und -übertragung
Die Bilddaten werden über eine auf allen gängigen Smartphone-Typen lauffähigen Wundfotografie-Applikation erhoben, die weitestgehend automatisch für die Einhaltung kritischer Bildparameter wie etwa des Abstands und Winkels zur Wunde, der Umgebungshelligkeit oder der Farbechtheit sorgt. Die Software ist zudem der Lage, Wundfotos in Echtzeit gegen Qualitätsparameter zu verifizieren und der Pflegekraft sofort Rückmeldung zu geben, falls eine Aufnahme zu wiederholen ist. Diese Datenerhebung wird durch die Erhebung schriftlicher Daten mittels digitalen Stifts ergänzt.

Informationsempfänger und -verarbeitung
Ein Zugriff auf das DigiWund-System soll sowohl den behandelnden Medizinern und Wundmanagern als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pflegedienste möglich sein, die die erfassten Patientinnen und Patienten ambulant oder stationär betreuen.

abgeleitete Maßnahmen
Das System stellt den behandelnden Medizinern Softwaretools für die Bildanalyse – beispielsweise für die Ermittlung der Wundgröße – zur Verfügung. Über eine frei konfigurierbare Oberfläche können Nutzer individuelle Wundberichte zusammenstellen und festlegen, welche Informationen etwa zu Dekubitus-Patienten angezeigt werden sollen. Behandlungsanweisungen und Rückfragen an den Pflegedienst können im System hinterlegt werden und finden so Eingang in Dienstübergaben und Anweisungen für Pflegekräfte.

zusätzliche Maßnahmen
keine



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Beteiligte und Teilnehmende

Beschreibung der Zielgruppe
Die Zielgruppe des Projekts sind Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden, die sich in einem ambulanten oder stationären Pflegeverhältnis befinden.

Einschlusskriterien
In das Projekt eingeschlossen werden können Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden, die sich in einem ambulanten oder stationären Pflegeverhältnis befinden.

Ausschlusskriterien
Keine Angabe durch den Projektträger

teilnehmende Leistungserbringer
Krankenhaus, Niedergelassene(r) Ärztin/Arzt, Medizinisches Versorgungszentrum, Stationäre Pflege (z.B. Pflegeheim, Ambulanter Leistungserbringer (z.B. Pflegedienst)

Auswahl-/Zugangsverfahren der Leistungserbringer
Teilnahme aufgrund einer vertraglichen Regelung

Einzugsgebiet für Versicherte/Patienten
Sachsen-Anhalt

geplante Anzahl Versicherte/Patienten
Keine Angabe durch den Projektträger

erreichte Anzahl Versicherte/Patienten
Keine Angabe durch den Projektträger

Auswahl-/Zugangsverfahren der Versicherte/Patienten
Einschreibung durch Facharzt

Anreizsysteme für Versicherte/Patienten
Keine Angabe durch den Projektträger

Form der Einbindung von Versicherten/Patienten
Keine Angabe durch den Projektträger

Vertragspartner
Keine Angabe durch den Projektträger

Weiterführende Informationen
http://www.medizin-und-technik.de/dossier-endoprothesen/-/article/33568401/38073270/Per-App-zur-Wunde/art_co_INSTANCE_0000/maximized/

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Evaluation

Durchführung einer Evaluation
Laufend

Typ der Evaluation
Medizinisch, Technisch, Usability

Ziele der Evaluation
Das Ziel der Evaluation besteht darin, die technischen sowie die medizinischen Parameter des Systems auf Basis des Lasten-Pflichtenhefts zu überprüfen. Eingeschlossen ist auch eine Befragung von Anwenderinnen und Anwendern zur Usability.

Durchführende Organisation(en)
Keine Angabe durch den Projektträger

Art/Typ des Evaluationskonzepts
Keine Angabe durch den Projektträger

Art des Evaluationsdesigns
Keine Angabe durch den Projektträger

Art der verwendeten Daten
Keine Angabe durch den Projektträger

Evaluationsergebnisse
Keine Angabe durch den Projektträger


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PICO-Fragen

Hierzu liegen keine differenzierten Angaben des Projektträgers vor.

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Rechtsgrundlage

vorhandene Rechtsgrundlage
Öffentliche Förderung

angestrebte Rechtsgrundlage
Selbstzahlerleistung

genutzte(s) Förderprogramm(e)
Programmname: F
Programmvolumen:
Förderkennzeichen:

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Technik

eingesetzte technische Komponenten
Digitaler Stift, Smartphone

eingesetzte semantische Standards
keine

eingesetzte technische Standards
DE-Mail

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Verwandte Projekte

In diesem Abschnitt werden Projekte und die entsprechenden Dokumente des Projektes aufgeführt, die keinen unmittelbaren Bezug zum Projekt DigiWund haben, aber aufgrund ähnlicher Begriffe und Schnittmengen mit dem Projekt DigiWund thematisch verwandt sind.

Telekonsultation Chronische Wunde
     Abschlussbericht und Evaluationsergebnisse zum Modellprojekt „Erhalt einer flächendeckenden medizinischen Versorgung im Ländlichen Raum – Projektvorschlag Modellprojekte des Ostalbkreises“

ZIM NEMO TECLA - Netzwerk Technische Pflegeassistenzsysteme

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A = Gesamtprojektleitung

Projektlaufzeit
01.03.2013 bis 30.04.2014

Projektwebsite
zur Website

Ärztlicher Projektleiter

Keine Angabe durch den Projektträger

Kostenträger

Keine Angabe durch den Projektträger

Veröffentlichungen

Wissenschaftliche Publikationen
Keine Angabe durch den Projektträger

Datenschutzkonzept
nicht verfügbar

Qualitätssicherungskonzept
nicht verfügbar

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